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15.01.2013
Die Schweiz und die Whrungskrise in Europa
Autor: Prof. Antal E. Fekete

Die Clearingstelle der Mrkte im Mittelalter
Der Markt fr Goldwechsel ist die Clearingstelle des Goldstandards. Es wre undenkbar, alle Waren vom Erzeuger bis zum Verbraucher nur mit Goldmnzen zu finanzieren. Ein 100-prozentiger Goldstandard ist reine Phantasie. Gold ist einfach nicht in ausreichender Menge vorhanden, um alle Zahlungen der Wirtschaft in Gold zu ermglichen. Selbst wenn es mglich wre, der Goldstandard wre ein Hemmnis fr den technologischen Fortschritt. Jeder Fortschritt der Arbeitsteilung wrde die Geldmenge unangemessen verringern.

Ein sinnvoller Vergleich sind die grossen mittelalterlichen Mrkte wie die von Barcelona, Lyon, Leipzig und andere, wo Goldmnzen kein direktes Tauschmittel waren. Eine Variante der Goldwechsel waren dort Quittungen. Alle Kufe und Verkufe am Markt wurden mit Quittungen vorgenommen, wodurch die Notwendigkeit fr Goldmnzen entfiel. Fr die Quittungen der Verkufer konnte jedes auf der Messe angebotene Gut erworben werden. Am Ende des Markts wurden die Quittungen verrechnet und die Differenz zwischen verkauften und gekauften Waren bei der Verrechnungsstelle in Goldmnzen ausgezahlt. Es wre nicht mglich gewesen, Mrkte ohne solche Verrechnungsstellen zu organisieren und gute Geschfte zu machen.

Warum 1925 Englands Rckkehr zum Goldstandard zum Scheitern verurteilt war
Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges zerstrte den Markt fr Goldwechsel und den internationalen Umlauf von Goldwechseln, als die Produktion fr zivile Zwecke den Kriegsanstrengungen untergeordnet wurde. Nach dem Waffenstillstand im Jahre 1918 wurde den Goldwechseln das Comeback aus politischen Grnden verwehrt. Das Verbot des internationalen Umlaufs von Goldwechseln blieb auch nach 1925 wirksam, als Grobritannien zum Goldstandard zurckkehrte. Die siegreichen Entente-Mchte bevorzugten den bilateralen vor dem multilateralen Handel, um den Aussenhandel Deutschlands an die Leine zu nehmen. Sie begriffen nicht, dass der internationale Goldstandard ohne sein lebenswichtiges Organ, die Clearingstelle, mit anderen Worten, der internationale Markt fr Goldwechsel, nicht lebensfhig war und dass der bilaterale Handel weit grere Goldreserven erfordert als der multilaterale Handel, ber welche sie nicht verfgten. Deshalb verursachte der britische Goldstandard eine Deflation und scheiterte.
Die Krise begann im Jahr 1931 mit Grossbritannien, das den Goldstandard verliess und setzte sich 1933 fort, als die USA dessen Beispiel folgten. Im Jahr 1936 warfen Frankreich und die Schweiz, die letzten Bastionen des Goldstandards, das Handtuch. Die Depression wurde dem Goldstandard in die Schuhe geschoben und er wurde als deflationr deklariert. Die Wahrheit jedoch ist, dass nicht der Goldstandard deflationr war, sehr wohl aber das System des bilateralen Handels, dass die Briten wieder einzufhren versucht hatten. Der bilaterale im Vergleich mit dem multilateralen Handel ist wie eine Schubkarre neben einem Dsenflugzeug oder, um die Dinge beim Namen zu nennen, es ist ein reiner Tauschhandel, was von den konomen der angelschsischen Lnder vllig bersehen wurde. Im Gegensatz dazu hatte der deutsche konom Heinrich Rittershausen (1898-1984) ein viel besseres Verstndnis der Funktion der Goldwechsel bei der Finanzierung des Welthandels. Er sagte voraus, dass es zum Wirtschaftszusammenbruch kommen wrde, was dann tatschlich auch im Jahr 1929 der Fall war.

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