04.06.2013
Heisse Druckerpressen, k√ľhles Gold und kalte Fakten
Teil 3
Autor: Prof. Dr. Hans J. Bocker

Signalwirkung der Finanznavigationsinstrumente verloren

Die derzeit noch Herrschenden waren mit all in ihren Machenschaften erfolgreich, die fr√ľher immer verl√§sslichen Finanznavigationsinstrumente, wie extremer Schuldenstand, rekordhohe Massenarbeitslosigkeit und insbesondere den Goldpreis, unbrauchbar zu machen. Diese Instrumente zeigen jetzt inkoh√§rente oder widerspr√ľchliche Messergebnisse an. Auch haben Politiker und Elite-Banker in trauter Kooperation als Folge der in astronomische Gr√∂ssenordnungen vorgedrungenen Summen, wie Billionen und Billarden an Dollars, Euros oder Yens, den Bezug zu Realit√§t komplett verloren. Volkszertreter - Verzeihung - Volksvertreter und Abgeordnete verstehen schon lange nicht mehr, um was es bei Rettungsaktion, Garantien, Hilfen f√ľr fremde, weit entfernte L√§nder und B√ľrgschaften √ľberhaupt noch geht, da die involvierten Summen jedes Vorstellungsverm√∂gen sprengen.
Dies gilt auch f√ľr Vorst√§nde und Aufsichtsr√§te von Grossunternehmen.
So ergab sich beispielsweise aus den Bilanzen der Deutschen Bank Anfang Mai 2013, dass dieses von der √Ėffentlichkeit verehrte Institut einen neuen Weltrekord von sage und schreibe √ľber 72 Billionen $ (in Worten: zweiundsiebzigtausend Milliarden Dollar) oder 56 Billionen ‚ā¨ an Derivaten - in den B√ľchern h√§lt. Damit verwies sie den bisherigen Weltrekordhalter J. P. Morgan mit seinen l√§ppischen 70 Billionen $ Derivaten auf Platz Zwei. Gratulation! Endlich sind die Deutschen nicht nur beim Fussball wieder vorn.

Beruhigungspillen schaufelweise

Ein kleiner Schuss Realit√§t tr√ľbt den Triumph dieser finanzakrobatischen Mega-Kapriolen des gr√∂ssten deutschen Finanzinstituts:
Die deutsche Wirtschaftsleistung eines ganzen Jahres bel√§uft sich auf mickrige 2,7 Billionen ‚ā¨. Wenn der genannte Derivate-Betrag rein theoretisch f√§llig w√ľrde, m√ľssten die Deutschen rund 21 Jahre daf√ľr, und nur daf√ľr, arbeiten. Jedoch, was sind schon 21 volle Jahre volkswirtschaftlicher Fr√ľchte f√ľr einen einzigen Posten einer einzigen Bank?

Ob k√ľrzer oder l√§nger, ob Theorie oder Praxis: Mit diesen ungeheuren Summen betritt der Finanzsektor absolutes Neuland ohne jede Erfahrungswerte. Reisst die Kette derivativer Verpflichtungen? Wann? Was w√§ren die Folgen? Who cares!
Aber die Deutsche Bank beruhigt und erklärt selbstsicher, dass alles voll international abgesichert sei. Vielleicht. Doch setzt dies voraus, dass alle diese Absicherungen voll funktionieren, die Wett-Ergebnisse immer stimmen und die Gegenparteien in diesen Wettgeschäften nicht pleite gehen.

Aber dies wird ja niemals der Fall sein, da nicht sein kann, was nicht sein darf. Da seien Ackermann und Gollum im Rollstuhl und die gr√ľne Parteif√ľhrung vor. Das ist so sicher, wie wenn der Papst unmittelbar nach dem Hochamt blitzartig zum Islam √ľbertreten w√ľrde - oder noch sicherer. Jedenfalls wird das v√∂llig degenerierte Institut jetzt mit einer massiven Kapitalerh√∂hung aufwarten. Die Aktion√§re sollen anscheinend auch etwas vom grossen 72 Billionen-Gesch√§ft abhaben. Das Ganze regt auch immer neue Verstaatlichungsphantasien linker und gr√ľner Politiker an, die ebenfalls irgendwie von einem ‚Äě72 Billionen-Segen‚Äú tr√§umen, da sie das Finanzsystem, im Gegensatz zu den Elite-Bankern, √ľberhaupt nicht verstehen. Davon, dass es Verluste in der Finanzwelt geben k√∂nnte, und zwar gewaltige, hatten ihnen ihre marxistisch angehauchten Lehrer nie etwas erz√§hlt.

Sollte allerdings nur ein ganz klein wenig schief gehen, k√∂nnte keine Zentralbank der Welt und keine deutsche Regierung derartige Summen aufbringen. Dann st√ľnde es nicht nur um diese Bank sonder auch um Deutschland relativ schlecht. Eine √§hnliche Situation findet sich in der Schweiz mit den masslos aufgeblasenen Bilanzen ihrer Grossbanken.

Deutsches Gold als Retter?

Doch f√ľr diesen Fall von derivativem Ungemach h√§tte man ja das deutsche Gold parat. So ungef√§hr √ľber 4000 Tonnen solides Gelbes. Wirklich Genaues weiss man nicht. Doch leider, leider befindet sich dieses im angeblich sicheren Ausland und ist angeblich auch noch vorhanden, obwohl keinerlei wirkliche Pr√ľfung dieses je best√§tigte. Und leider m√∂chte man nur etwa 300 Tonnen repatriieren, und leider dauert diese Miniaktion auch noch volle sieben Jahre. So wurde es beschlossen.
Vermutlich wird man dann ab 2020 aus Kostengr√ľnden eine Rentnerkette bilden, die von Paris oder London bis nach Berlin reicht, und die auf kleinen Einkaufsschiebew√§gelchen jeweils ein halbes Kilo - aus Sicherheitsgr√ľnden leider nicht mehr, leichtf√ľssig und hoch motiviert mit 2 km / h vor sich her bewegt. Kein Problem, schliesslich gilt: Die Renten sind sicher. Oder waren es die Rentner, die sicher sind? Egal. Es geht ja um nichts geringeres als die Bergung des Deutschen Goldschatzes, der sich m√∂glicherweise und in Wahrheit schon l√§ngst wohlverteilt in den Ohrringen der Inderinnen, in chinesischen Tresoren, unter den Goldbetten superreicher √Ėlscheichs oder in den H√§nden privater Investoren befindet. Bis 2027 oder so jedenfalls w√§ren die 300 Tonnen Kleingold endlich wieder in der Heimat.

Doch dann st√ľnde immer noch das Restgold mit etwa 3700 oder gar 4000 Tonnen aus. Da m√ľsste man dann sicherlich ganze Scharen von Asylanten, Hartz 4-Leuten und Regimenter Arbeitsloser den Rentnerscharen hinzugesellen, um in weiteren sieben oder acht Jahren diese Transportaufgabe sicher zu bew√§ltigen.
Soviel zum ‚Äědeutschen Gold‚Äú. Die entsprechende Sachlage in der Schweiz scheint ebenfalls verworren und die Realit√§ten werden der Bev√∂lkerung vorenthalten.

Zentralbankgold ‚Äď wo bist du?

Doch wie viel k√ľhles Gold haben die westlichen Zentralbanken bzw. Staaten, insbesondere die USA, eigentlich noch? Der bekannte kanadische Analyst und Fondmanager Eric Sprott kommt in seiner neuesten Untersuchung und der Pr√ľfung von sechs Quellen, insbesondere der kaum je beachteten, allmonatlich erscheinenden FT900-Dokumente zu erstaunlichen, ja sensationellen Ergebnissen, hier zusammengefasst:

- Der zuletzt sehr niedrige Goldpreis lässt sich nicht mit der stark gestiegenen Nachfrage vereinbaren
- Indien und besonders China haben in den letzten Jahren als immer stärkere Käufer mehr als die Hälfte der Neuproduktion von Gold absorbiert. Tendenz steigend
- Die Zentralbanken wandelten sich zu Nettokäufern. 2012 stiegen ihre Käufe um fast 18 % auf rund 540 Tonnen an
- Exchange Traded Products (ETPs) häuften in den vergangenen Jahren fleissig Gold an
- S√ľdkorea, Russland, Mexiko, Indonesien, Venezuela und andere Staaten erh√∂hten ihre Goldimporte
- Die weltweite physische Nachfrage stieg und steigt weiter, während das gesamte jährliche Angebot im Bereich von 4000 Tonnen (Produktion, Recycling, Verkäufe) stagnierte
- Zwischen 2000 und 2012 gab es eine Veränderung der jährlichen Nachfrage von etwa 2300 Tonnen
- Nur die Zentralbanken h√§tten die Kapazit√§ten, um eine derart grosse L√ľcke zu schliessen
- Im Dezember 2012 importierten die USA Gold im Wert von 1,5 Mrd. $, während 4 Mrd. in den Export gingen. Der Netto-Export von 2,5 Mrd. entspricht rund 50 Tonnen Gold - in nur einem Monat
- Schon seit 1991, also seit der Einf√ľhrung der FT900-Dokumente, liefen diese Netto-Exporte Jahr f√ľr Jahr in H√∂hen, die weit √ľber dem liegen, wozu die USA theoretisch √ľberhaupt imstande sein d√ľrfte
- Die Gesamtmenge an Gold, die das Land in den letzten 22 Jahren auf Nettobasis exportierte, liegt mit rund 4500 Tonnen weit √ľber ihrer Lieferf√§higkeit, die sich aus der Balance zwischen Angebots- und Nachfragezahlen - ohne Privatanleger - ergibt
- Bezieht man die stark gestiegenen privaten Goldk√§ufe in dieses aus offiziellen Angaben einer US-Agentur abgeleitete Zahlenwerk mit ein, w√§chst diese unerkl√§rliche Exportl√ľcke von 4500 auf 11200 Tonnen f√ľr die 22 Jahre an
- Das gesamte amerikanische Staats-Gold wurde und wird aber Jahr f√ľr Jahr mit 8300 Tonnen angegeben, wobei diese Zahl seit etwa einem halben Jahrhundert nicht mehr durch eine Inventur √ľberpr√ľft wurde
- W√ľrde man die nicht offiziell erh√§ltlichen Zahlen vor 1991 mit einbeziehen, erh√∂hte sich diese Exportl√ľcke um sch√§tzungsweise einige tausend Tonnen Gold. 16 600 Tonnen w√§ren durchaus denkbar

Auf der Basis dieser Analyse hätten die USA somit rund das Doppelte ihrer offiziellen Goldreserven in vielleicht 30 oder 40 Jahren netto exportiert und sich dabei vermutlich systemrelevanter Banken als Mittler oder Spediteure bedient.
Diese gewaltige L√ľcke und Ungereimtheit verschliesst sich genauer Analyse und Erkl√§rung. Der Schluss aber liegt nahe, dass Washington diese Exporte zur internationalen Dr√ľckung der Goldpreise zu verschiedensten Gelegenheiten einsetzte, um das aus Papier- und Digitalstr√∂men bestehende Lebensblut der Machteliten vor dem Ausstr√∂men und Versickern zu bewahren.

Vermutlich haben die USA ihr eigenes Gold und auch die der bei ihnen sicher eingelagerte Reserven der Vasallenstaaten, darunter auch die deutschen und schweizer Komponenten, heimlich verkauft oder zumindest unwiederbringlich verleast. Dies w√ľrde dann auch die permanente Weigerung einer aktuellen Bestandsaufnahme, also einer offenen Inventur, wie auch die immer wiederkehrenden Dr√ľckungsaktionen - wie zuletzt Mitte April 2013 - erkl√§ren. M√ľssten diese fehlenden Best√§nde jemals r√ľckgef√ľhrt werden, w√§re dies nur √ľber den Markt m√∂glich. K√§ufe in diesen Gr√∂ssenordnungen aber w√ľrden alle Preisvorstellungen sprengen.

Die B√ľrger d√ľrfen auf gar keinen Fall erkennen, dass des Kaisers neue Kleider auf reiner T√§uschung beruhen. Wer zu den offiziell verk√ľndeten Wahrheiten und den amtlichen, in Massagesalons verfertigten ‚ÄěStatistiken‚Äú auch nur sch√ľchterne Zweifel √§ussert, wird sofort mit dem speziell f√ľr diese Zwecke kreierten Reizwort ‚ÄěVerschw√∂rungstheoretiker‚Äú zum Schweigen gebracht und l√§cherlich gemacht.
Der T√§uschung und Beruhigung dient auch die auf der Aktivseite der Notenbanken gef√ľhrte Position Gold und Goldforderungen. Vielleicht besteht dieser Posten aus 5 % Gold und 95 % uneinbringlichen Forderungen? Wer weiss. Aber die grossen Zahlen dieser logisch und bilanzrechtlich unvereinbar zusammengefassten Bilanz-Position beeindruckt den Laien.
W√ľrde ein privater Unternehmer reales Verm√∂gen mit hoch wahrscheinlich uneintreibbaren Forderungen gemeinsam bilanzieren, k√§me er ins Gef√§ngnis.

Es stellt sich angesichts dieser v√∂llig undurchsichtigen Machenschaften die berechtigte Frage, ob die westlichen Zentralbanken √ľberhaupt noch √ľber die von ihnen amtlich angegeben Goldreserven verf√ľgen. Wie viel ist real noch vorhanden? Ist das westliche Zentralbank-Gold zum grossen Teil schlicht weg?

Kommt Chinas Grossangriff auf den Dollar mit einer Goldkernwährung?

K√§me diese hochexplosive Wahrheit der weitgehend leeren Goldkeller der westlichen Zentralbanken eines Tages ans Licht, d√ľrften der Goldmarkt in eine nie gesehene Panikphase mit heute noch unvorstellbaren Preisblasen einschliesslich nicht minder unvorstellbarer Konsequenzen f√ľr die verantwortlichen Veruntreuer der nationalen Goldreserven eintreten. Derlei heute noch spekulative √úberlegungen entbehren keinesfalls jeder Grundlage. Vielleicht wissen dies die Chinesen sehr genau und h√§ufen in aller Stille als Mega-Verschw√∂rungstheoretiker gewaltige Goldmengen auf. Damit k√∂nnten sie m√∂glicherweise eines Tages dem ungedeckten Dollar wenn schon keine reine Goldw√§hrung, so zumindest eine Goldkernw√§hrung, also mit Teildeckung durch Gold, nebst einem voll konvertierbaren Yuan, entgegensetzen.

Die Folgen f√ľr die heutige absolut ungedeckte Weltleitw√§hrung und die USA w√§ren sicherlich katastrophal. Doch gilt diese nicht f√ľr die Vorbereiteten, ganz im Gegenteil, sie erhielten ihren wohlverdienten Lohn f√ľr ihre Weitsicht und ihre rechtzeitige Entscheidung, Gold- statt Papier zu sparen.

Doch bis zum offenen Ausbruch derartiger Ereignisketten könnten noch viele Monde ins Land gehen, was ausreichend Zeit zur sinnvollen Vorbereitung lässt.

Ultimativer Schutz und Sozialfunktion

Worin diese Vorbereitung besteht? H√∂chst einfach: Raus aus Papierverm√∂gen aller Art und rein in Sachwerte. Wie die Geschichte wieder und wieder lehrt, schlagen Sachwerte die Geldwerte in Krisenzeiten immer. Da die kreditgetriebenen Immobilienm√§rkte im deutschsprachigen Raum eine v√∂llig √ľberhitzte Phase erreichten, sich gleichzeitig die gr√∂sste Bondblase aller Zeiten aufbl√§st und die Aktienkurssteigerungen im Westen nur als liquidit√§tsgetrieben eingestuft werden m√ľssen, bleiben nur die einzig echten Gelder ohne jedes Drittpartei-Risiko. Sie sind als Rettungsboote auf hoher Krisensee optimal geeignet.
Sie haben es erraten, es sind nat√ľrlich Gold und Silber, als einzig ultimativer Schutz vor staatlicher Zwangspapier-Geldentwertung.

Den sinnvoll Vorbereiteten kann es von ihren Logenpl√§tzen aus gesehen auch ziemlich gleichg√ľltig sein, ob die Euro-Krise zum zehnten oder zw√∂lften Mal ihr h√§ssliches Haupt erhebt, ob die US-Konjunktur doch nicht so anspringt, wie immer wieder beschw√∂rend versichert wird, ob das Jahr 2013 nach einem relativ optimistischen Start mit einer Fortsetzung der Dauermisere ausklingt oder ob die Finanz- und Bankenkrisen in eine schwere Wirtschafts- und Sozialkrise globaler Natur einm√ľndet, kann in Ruhe abgewartet werden, solange nur der Sitz im Rettungsboot sicher ist.
Diese Position dient nicht nur der Selbsthilfe, sondern auch der sp√§teren Unterst√ľtzung von Familie, Freunden, in Not geratenen Verwandten wie auch anderen v√∂llig Unvorbereiteten.
So gesehen kommt Gold und Silber eine h√§ufig √ľbersehene Sozialfunktion zu.

Eigenleben ohne Realitätsbezug

Die von den Notenbanken ausgel√∂sten Liquidit√§tsschwemmen f√ľhren jetzt ein hochgef√§hrliches Eigenleben ohne jeden Realit√§tsbezug. Die Japaner haben sich gerade an die Spitze dieses Wahnwitzes gestellt. Der neue Finanzminister m√∂chte aus der seit √ľber 20 Jahren anhaltenden Stagnations- und Deflationsphase ausbrechen. An jeden Kalendertag wird nun ein √Ąquivalent von etwa 6 Mrd. ‚ā¨ frisch gedruckt. F√ľr 2014 soll dies dann auf 12 Mrd. ‚ā¨ an zus√§tzlicher Liquidit√§t pro Tag steigen. Und jeden Monat will man noch zus√§tzlich f√ľr ca. 70 Mrd. ‚ā¨ √Ąquivalent japanische Staatsanleihen ankaufen. Deren Renditen fallen damit von fast Null auf noch n√§her an Null. Dagegen nimmt sich der monatliche Ankauf von US-Schatzbriefen im Wert von rund 50 Mrd. $ durch die Fed doch sehr bescheiden aus.

Auch erwarten die Analysten der HSBC f√ľr 2013 einen im Vergleich zum Vorjahre zus√§tzlichen Fluss von Eigenmitteln japanischer Anleger in Richtung ausl√§ndische Bondm√§rkte in H√∂he von etwa einer Billion $. Dies freut die Fed & Co. sowie andere Zentralbanken und die dazugeh√∂rigen Finanzminister. Die Sorgen wegen der weltweit herrschenden Negativrenditen und der damit verbundenen Gefahr austrocknender Nachfrage nach Dollar- oder Euro-Pfandbriefen, mildern sich schliesslich mit einer satten Billion $ im Bestellbriefkasten deutlich.

Dies alles zeigt, wie die grossen Zentralbanken mit ihrer hemmungslosen Geldvermehrung und ihren endlosen Rettungsversuchen die globalen Kapitalstr√∂me verzerren, die sich in gef√§hrlichen Spekulationsblasen, √§hnlich √ľbergrossen Finanz-Eiterbeulen, manifestieren. Da fehlt nur noch der unvermeidliche Einstich mit einer Lanzette durch den Notarzt aus der Rettungsambulanz nat√ľrlicher Wirtschaftsgesetze. Diese Ambulanz ist bereits unterwegs.

Mit all diesen Rettungs-Aktionen m√∂chte der Top-Japaner endlich mal eine Inflationsrate von 2 % erreichen. Der Yen soll ausserdem im Aussenwert gedr√ľckt werden, um damit die lahmende Exportindustrie anzukurbeln. Fr√ľher halfen Innovationen, neue Patente, Konkurrenzf√§higkeit und Qualit√§t dem Exportsektor. Heut tut dies nicht mehr die Qualit√§t der Produkte sondern die Qualit√§t der Geldpressen als die ideale L√∂sung ohne Probleme. Papier und Druckerfarbe kann man sich ja noch leisten. Wieso sind nur alle Krisen der Vergangenheit in allen L√§ndern nicht auf solch extrem einfache Weise gel√∂st worden?

Dies alles soll jedenfalls Japan die grosse Rettung bringen. Doch allen Phantasiewelten waren schon immer nur kurze Lebensspannen beschert.
Realwirtschaft und Finanzsektor haben sich in Japan wie auch anderswo in atemberaubender Weise voneinander gelöst. Eine real umgesetzte Geldeinheit wird von zehn- bis hundertfachen Bewegungen im Bereich der Hochfinanz. doch ohne jede Koppelung begleitet.
So berichten Insider hinter vorgehaltener Hand von wachsenden Volumen-Differenzen zwischen Papiergold und realem Handel im durchschnittlichen Verh√§ltnis von 80 zu 1. Im Bereich des Papiersilbers sollen die dortigen Papier-Ums√§tze den physischen Handel sogar um mehr als das 200-fache √ľbertreffen. Ob derlei Zahlen exakt stimmen, darf bezweifelt werden, doch sind sie sicherlich sehr gross. Genaue Statistiken sind in diesen Schattenfeldern des Mauschelns mit Billionen im Halbdunkel ohnehin nicht zu haben,
Was aber soll das Versteckspiel? Ganz einfach, Man möchte sich keinesfalls in die Karten schauen lassen.

Auftritt der grossen Retter

Viele der Elite-Banker erhalten f√ľr ihre ruin√∂se Arbeit als Spekulanten, die als Nullsummenspiele keinerlei echte Werte schaffen, Boni in schwindelerregender H√∂he.
Wie Taucher unter Sauerstoffmangel im tr√ľben Wasser, hat die Elite jede Orientierung und den Bezug zur Realit√§t verloren und wird zu immer neuen Verzweifelungstaten der Machterhaltung getrieben, begleitet von offensichtlich v√∂lliger Orientierungslosigkeit der Wirtschaftskapit√§ne und Politiker.

Doch w√§re der Gedanke wirklich abwegig, dass n√§mlich die Elite die von ihr bewusst erzeugte Finanzkrise benutzt, sich den langsam in Armut und Elend versinkenden Massen als die einzigartigen Grossen Retter mit dem Ruf nach viel mehr zentraler Regulierung aufzutreten? Und dabei die Wirtschaft, Finanzen und Politik der V√∂lker, zumindest die der westlichen Welt, unter eine global agierende zentrale Kontrolleinrichtung nach streng sozialistischem oder gar kommunistischem Vorbild mit unbegrenzten Befugnissen unter eine neue, bargeldlosen Welt-Einheitsw√§hrung zu zwingen? Die unsichtbare Weltregierung w√§re dann zusammen mit einem alles abnickenden Weltparlament erfolgreich installiert. In diesem Sinne stimmt eine dem deutschen Finanzminister k√ľrzlich entschl√ľpfte Bemerkung sehr nachdenklich: Die Erschaffung der politische Einigung Europas ist nur mit Hilfe einer Krise m√∂glich.

Wen gibt es schon, der derlei Umtrieben wirksamen Widerstand entgegensetzen wollte? Man knickt reihenweise ein, allen voran die Schweizer Nationalbank, die als fast schon dienernder Lakai der Hochfinanz die Ankopplung an den Euro in serviler Weise katzbuckelnd verf√ľgte, statt die Wechselkurse den Marktkr√§ften zu √ľberlassen. Wieder ein St√ľck Sozialismus pur.

Man braucht sich im √úbrigen nur als Vertreter einer weit √ľberlegenen Moral zu pr√§sentieren, beispielsweise als grosser Helfer des Exports, wohl wissend, dass die Schweiz und Deutschland unter ihren einst extrem harten W√§hrungen zu den Exportweltmeistern avancierten. Und wohl wissend, dass starke W√§hrungen die Importe, beispielsweise die von Roh√∂l, von Rohstoffen und Halbfabrikaten, von denen die Exportindustrie zu mindestens 40 % des Gesamtinputs abh√§ngen, entsprechend verbilligen, und dies wiederum die Ausfuhren wettbewerbsf√§higer macht. Oder man spielt sich als wohlmeinende Unterst√ľtzer des unbezahlbaren Sozialstaates und der allgemeinen F√ľrsorge des Volkes auf. Wer w√§re denn schon gegen soziale Wohltaten und endloses f√ľrsorgliches Gutes-tun nach dem Giesskannenprinzip, getreu dem griffigen Motto: Arbeitslosigkeit f√ľr alle, bei vollem Lohnausgleich?

Die Entstehung von Brutopia

Die Erfahrungen der Geschichte zeigen wieder und wieder, dass sozialistische Staatskraken nur Mangelwirtschaften erzeugen und Wohlstand vernichten. Kuba, Nordkorea und Zimbabwe wären die ersten Demonstrationsobjekte. Umverteilung, genau wie Entwicklungshilfe, machen die Empfänger abhängig von weiteren endlosen Wohltaten. Fleiss, Erfindergeist, Selbstständigkeit und Fähigkeiten der Abhilfe aus eigener Kraft, bleiben auf der Strecke.
Es gibt einen Linksruck mit brutalen Massnahmen zur Durchsetzung der Utopia, daher besser Brutopia genannt. Neid, Total√ľberwachung und Spitzeltum werden zur Staatsdoktrin. Die alles erstickende Regulierungswut kennt keine Grenzen mehr. Aufgebl√§hte B√ľrokratien, linke Ideologie, korrupte Herrschaft von Funktion√§ren und Kommissaren, ein unter strenger Staatsdoktrin gef√ľhrtes Erziehungs- und Bildungswesen sowie schmarotzende Trittbrettfahrer aller Arten, wachsen wie Stinkwurz in Regenw√§ldern. Das einzige was bl√ľht und gedeiht ist die Misswirtschaft, jedoch bestens getarnt unter den vollmundigen Parolen von Freiheit, Solidarit√§t, Chancengleichheit und edler Mitmenschlichkeit, w√§hrend das volkswirtschaftliche Kapital r√ľcksichtslos verbraten wird. Die Zust√§nde von Strassen, H√§usern, des Transportwesens und der Infrastruktur im ehemaligen Ostblock sollten als warnendes Beispiel dienen. Ein im Sturm absackendes Boot wird durch immer neue Bleigewichte beschwert, damit es umso schneller sinkt.

Doch wahrer Wohlstand kommt nur von freier Entfaltung der Marktkr√§fte, wachsendem Unternehmertum, steigenden Unternehmungsgr√ľndungen, Innovationskraft, minimaler Regulierung, Sparen, Investieren des Ersparten in sinnvolle Projekte, so wenig Staat und so viel Eigenverantwortung wie irgend m√∂glich und Freiheit von jeglicher Kasinowirtschaft, Schuldenwahnsinn, √Ėkodiktatur und zentralplanerischen Machenschaften, Freiheit vom geistigen Unterbau des Systems, der durch mit Steuergeldern oder vom staatsnahen Finanzsektor hoch bezahlten Experten geliefert und von den Hauptstrom-Medien in serviler Dankbarkeit publiziert wird.

Freiheit braucht Mut

Wir alle brauchen neben sinnvollen Vorbereitungen vor allem eines: Mehr Ausharrungsverm√∂gen und vor allem Courage. Wie sagte doch der grosse Perikles (500 bis 429 v. Chr.) so treffend: Das Geheimnis des Gl√ľcks ist die Freiheit, aber das Geheimnis der Freiheit ist der Mut.
Doch was ist Freiheit?
Freiheit besteht in der M√∂glichkeit ohne Zw√§nge durch √úbervater-Staat, parasitische B√ľrokratien, zentralwirtschaftlichen Planungsterrorismus, ohne Ausschaltung der Marktkr√§fte und ohne erstickender √úberregulierung selbstverantwortlich leben zu k√∂nnen. Die Familie steht als gesunde, tragende Kernzelle des Sozialsystems im Mittelpunkt. Finanzsektor und Realwirtschaft n√§hern sich wieder einander und leben fortan in harmonischer Symbiose.

Freiheit schliesst auch ein freiwillig akzeptiertes Geldsystem ein - mit einer stabilen, gesunden, ehrlichen W√§hrung und solidem Bank- und Finanzwesen, in welchem die staatlichen Ausgaben die Einnahmen nicht √ľbersteigen d√ľrfen und wo exzessive Papiergeldvermehrung als Hochverrat klassifiziert wird. Fr√ľher, heute und auch morgen verk√∂rpern die ewigen Geldmetalle Gold und Silber ein St√ľck echter Freiheit, v√∂llig unabh√§ngig vom Wollen oder K√∂nnen in der Verpflichtung stehender Drittparteien. Sowohl der Koran als auch die amerikanische Verfassung - und letztlich auch wirtschaftliche Gesetze sowie die Doktrin der Vernunft - schreiben ihren Einsatz als W√§hrungsmedien sogar zwingend vor. Da die Geldmetalle in allen 194 L√§ndern der Erde freiwillig akzeptiert werden, haben wir bereits heute die potentielle Weltw√§hrung.

Und was ist Mut?
Dieser besteht in einer Haltung, die es wagt, gegen den Strom zu schwimmen und die sich in Gedanken, Wort und Tat zu diesen vorgenannten Idealen, die eigentlich Selbstverständlichkeiten sein sollten, voll bekennt.

Prof. Dr. Hans J. Bocker

Teil 1 ist am Freitag, 31. Mai 2013 erschienen
Teil 2 ist am Montag, 05. Juni 2013 erschienen

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