04.06.2013
Heisse Druckerpressen, kühles Gold und kalte Fakten
Teil 3
Autor: Prof. Dr. Hans J. Bocker

Signalwirkung der Finanznavigationsinstrumente verloren

Die derzeit noch Herrschenden waren mit all in ihren Machenschaften erfolgreich, die früher immer verlässlichen Finanznavigationsinstrumente, wie extremer Schuldenstand, rekordhohe Massenarbeitslosigkeit und insbesondere den Goldpreis, unbrauchbar zu machen. Diese Instrumente zeigen jetzt inkohärente oder widersprüchliche Messergebnisse an. Auch haben Politiker und Elite-Banker in trauter Kooperation als Folge der in astronomische Grössenordnungen vorgedrungenen Summen, wie Billionen und Billarden an Dollars, Euros oder Yens, den Bezug zu Realität komplett verloren. Volkszertreter - Verzeihung - Volksvertreter und Abgeordnete verstehen schon lange nicht mehr, um was es bei Rettungsaktion, Garantien, Hilfen für fremde, weit entfernte Länder und Bürgschaften überhaupt noch geht, da die involvierten Summen jedes Vorstellungsvermögen sprengen.
Dies gilt auch für Vorstände und Aufsichtsräte von Grossunternehmen.
So ergab sich beispielsweise aus den Bilanzen der Deutschen Bank Anfang Mai 2013, dass dieses von der Öffentlichkeit verehrte Institut einen neuen Weltrekord von sage und schreibe über 72 Billionen $ (in Worten: zweiundsiebzigtausend Milliarden Dollar) oder 56 Billionen € an Derivaten - in den Büchern hält. Damit verwies sie den bisherigen Weltrekordhalter J. P. Morgan mit seinen läppischen 70 Billionen $ Derivaten auf Platz Zwei. Gratulation! Endlich sind die Deutschen nicht nur beim Fussball wieder vorn.

Beruhigungspillen schaufelweise

Ein kleiner Schuss Realität trübt den Triumph dieser finanzakrobatischen Mega-Kapriolen des grössten deutschen Finanzinstituts:
Die deutsche Wirtschaftsleistung eines ganzen Jahres beläuft sich auf mickrige 2,7 Billionen €. Wenn der genannte Derivate-Betrag rein theoretisch fällig würde, müssten die Deutschen rund 21 Jahre dafür, und nur dafür, arbeiten. Jedoch, was sind schon 21 volle Jahre volkswirtschaftlicher Früchte für einen einzigen Posten einer einzigen Bank?

Ob kürzer oder länger, ob Theorie oder Praxis: Mit diesen ungeheuren Summen betritt der Finanzsektor absolutes Neuland ohne jede Erfahrungswerte. Reisst die Kette derivativer Verpflichtungen? Wann? Was wären die Folgen? Who cares!
Aber die Deutsche Bank beruhigt und erklärt selbstsicher, dass alles voll international abgesichert sei. Vielleicht. Doch setzt dies voraus, dass alle diese Absicherungen voll funktionieren, die Wett-Ergebnisse immer stimmen und die Gegenparteien in diesen Wettgeschäften nicht pleite gehen.

Aber dies wird ja niemals der Fall sein, da nicht sein kann, was nicht sein darf. Da seien Ackermann und Gollum im Rollstuhl und die grüne Parteiführung vor. Das ist so sicher, wie wenn der Papst unmittelbar nach dem Hochamt blitzartig zum Islam übertreten würde - oder noch sicherer. Jedenfalls wird das völlig degenerierte Institut jetzt mit einer massiven Kapitalerhöhung aufwarten. Die Aktionäre sollen anscheinend auch etwas vom grossen 72 Billionen-Geschäft abhaben. Das Ganze regt auch immer neue Verstaatlichungsphantasien linker und grüner Politiker an, die ebenfalls irgendwie von einem „72 Billionen-Segen“ träumen, da sie das Finanzsystem, im Gegensatz zu den Elite-Bankern, überhaupt nicht verstehen. Davon, dass es Verluste in der Finanzwelt geben könnte, und zwar gewaltige, hatten ihnen ihre marxistisch angehauchten Lehrer nie etwas erzählt.

Sollte allerdings nur ein ganz klein wenig schief gehen, könnte keine Zentralbank der Welt und keine deutsche Regierung derartige Summen aufbringen. Dann stünde es nicht nur um diese Bank sonder auch um Deutschland relativ schlecht. Eine ähnliche Situation findet sich in der Schweiz mit den masslos aufgeblasenen Bilanzen ihrer Grossbanken.

Deutsches Gold als Retter?

Doch für diesen Fall von derivativem Ungemach hätte man ja das deutsche Gold parat. So ungefähr über 4000 Tonnen solides Gelbes. Wirklich Genaues weiss man nicht. Doch leider, leider befindet sich dieses im angeblich sicheren Ausland und ist angeblich auch noch vorhanden, obwohl keinerlei wirkliche Prüfung dieses je bestätigte. Und leider möchte man nur etwa 300 Tonnen repatriieren, und leider dauert diese Miniaktion auch noch volle sieben Jahre. So wurde es beschlossen.
Vermutlich wird man dann ab 2020 aus Kostengründen eine Rentnerkette bilden, die von Paris oder London bis nach Berlin reicht, und die auf kleinen Einkaufsschiebewägelchen jeweils ein halbes Kilo - aus Sicherheitsgründen leider nicht mehr, leichtfüssig und hoch motiviert mit 2 km / h vor sich her bewegt. Kein Problem, schliesslich gilt: Die Renten sind sicher. Oder waren es die Rentner, die sicher sind? Egal. Es geht ja um nichts geringeres als die Bergung des Deutschen Goldschatzes, der sich möglicherweise und in Wahrheit schon längst wohlverteilt in den Ohrringen der Inderinnen, in chinesischen Tresoren, unter den Goldbetten superreicher Ölscheichs oder in den Händen privater Investoren befindet. Bis 2027 oder so jedenfalls wären die 300 Tonnen Kleingold endlich wieder in der Heimat.

Doch dann stünde immer noch das Restgold mit etwa 3700 oder gar 4000 Tonnen aus. Da müsste man dann sicherlich ganze Scharen von Asylanten, Hartz 4-Leuten und Regimenter Arbeitsloser den Rentnerscharen hinzugesellen, um in weiteren sieben oder acht Jahren diese Transportaufgabe sicher zu bewältigen.
Soviel zum „deutschen Gold“. Die entsprechende Sachlage in der Schweiz scheint ebenfalls verworren und die Realitäten werden der Bevölkerung vorenthalten.

Zentralbankgold – wo bist du?

Doch wie viel kühles Gold haben die westlichen Zentralbanken bzw. Staaten, insbesondere die USA, eigentlich noch? Der bekannte kanadische Analyst und Fondmanager Eric Sprott kommt in seiner neuesten Untersuchung und der Prüfung von sechs Quellen, insbesondere der kaum je beachteten, allmonatlich erscheinenden FT900-Dokumente zu erstaunlichen, ja sensationellen Ergebnissen, hier zusammengefasst:

- Der zuletzt sehr niedrige Goldpreis lässt sich nicht mit der stark gestiegenen Nachfrage vereinbaren
- Indien und besonders China haben in den letzten Jahren als immer stärkere Käufer mehr als die Hälfte der Neuproduktion von Gold absorbiert. Tendenz steigend
- Die Zentralbanken wandelten sich zu Nettokäufern. 2012 stiegen ihre Käufe um fast 18 % auf rund 540 Tonnen an
- Exchange Traded Products (ETPs) häuften in den vergangenen Jahren fleissig Gold an
- Südkorea, Russland, Mexiko, Indonesien, Venezuela und andere Staaten erhöhten ihre Goldimporte
- Die weltweite physische Nachfrage stieg und steigt weiter, während das gesamte jährliche Angebot im Bereich von 4000 Tonnen (Produktion, Recycling, Verkäufe) stagnierte
- Zwischen 2000 und 2012 gab es eine Veränderung der jährlichen Nachfrage von etwa 2300 Tonnen
- Nur die Zentralbanken hätten die Kapazitäten, um eine derart grosse Lücke zu schliessen
- Im Dezember 2012 importierten die USA Gold im Wert von 1,5 Mrd. $, während 4 Mrd. in den Export gingen. Der Netto-Export von 2,5 Mrd. entspricht rund 50 Tonnen Gold - in nur einem Monat
- Schon seit 1991, also seit der Einführung der FT900-Dokumente, liefen diese Netto-Exporte Jahr für Jahr in Höhen, die weit über dem liegen, wozu die USA theoretisch überhaupt imstande sein dürfte
- Die Gesamtmenge an Gold, die das Land in den letzten 22 Jahren auf Nettobasis exportierte, liegt mit rund 4500 Tonnen weit über ihrer Lieferfähigkeit, die sich aus der Balance zwischen Angebots- und Nachfragezahlen - ohne Privatanleger - ergibt
- Bezieht man die stark gestiegenen privaten Goldkäufe in dieses aus offiziellen Angaben einer US-Agentur abgeleitete Zahlenwerk mit ein, wächst diese unerklärliche Exportlücke von 4500 auf 11200 Tonnen für die 22 Jahre an
- Das gesamte amerikanische Staats-Gold wurde und wird aber Jahr für Jahr mit 8300 Tonnen angegeben, wobei diese Zahl seit etwa einem halben Jahrhundert nicht mehr durch eine Inventur überprüft wurde
- Würde man die nicht offiziell erhältlichen Zahlen vor 1991 mit einbeziehen, erhöhte sich diese Exportlücke um schätzungsweise einige tausend Tonnen Gold. 16 600 Tonnen wären durchaus denkbar

Auf der Basis dieser Analyse hätten die USA somit rund das Doppelte ihrer offiziellen Goldreserven in vielleicht 30 oder 40 Jahren netto exportiert und sich dabei vermutlich systemrelevanter Banken als Mittler oder Spediteure bedient.
Diese gewaltige Lücke und Ungereimtheit verschliesst sich genauer Analyse und Erklärung. Der Schluss aber liegt nahe, dass Washington diese Exporte zur internationalen Drückung der Goldpreise zu verschiedensten Gelegenheiten einsetzte, um das aus Papier- und Digitalströmen bestehende Lebensblut der Machteliten vor dem Ausströmen und Versickern zu bewahren.

Vermutlich haben die USA ihr eigenes Gold und auch die der bei ihnen sicher eingelagerte Reserven der Vasallenstaaten, darunter auch die deutschen und schweizer Komponenten, heimlich verkauft oder zumindest unwiederbringlich verleast. Dies würde dann auch die permanente Weigerung einer aktuellen Bestandsaufnahme, also einer offenen Inventur, wie auch die immer wiederkehrenden Drückungsaktionen - wie zuletzt Mitte April 2013 - erklären. Müssten diese fehlenden Bestände jemals rückgeführt werden, wäre dies nur über den Markt möglich. Käufe in diesen Grössenordnungen aber würden alle Preisvorstellungen sprengen.

Die Bürger dürfen auf gar keinen Fall erkennen, dass des Kaisers neue Kleider auf reiner Täuschung beruhen. Wer zu den offiziell verkündeten Wahrheiten und den amtlichen, in Massagesalons verfertigten „Statistiken“ auch nur schüchterne Zweifel äussert, wird sofort mit dem speziell für diese Zwecke kreierten Reizwort „Verschwörungstheoretiker“ zum Schweigen gebracht und lächerlich gemacht.
Der Täuschung und Beruhigung dient auch die auf der Aktivseite der Notenbanken geführte Position Gold und Goldforderungen. Vielleicht besteht dieser Posten aus 5 % Gold und 95 % uneinbringlichen Forderungen? Wer weiss. Aber die grossen Zahlen dieser logisch und bilanzrechtlich unvereinbar zusammengefassten Bilanz-Position beeindruckt den Laien.
Würde ein privater Unternehmer reales Vermögen mit hoch wahrscheinlich uneintreibbaren Forderungen gemeinsam bilanzieren, käme er ins Gefängnis.

Es stellt sich angesichts dieser völlig undurchsichtigen Machenschaften die berechtigte Frage, ob die westlichen Zentralbanken überhaupt noch über die von ihnen amtlich angegeben Goldreserven verfügen. Wie viel ist real noch vorhanden? Ist das westliche Zentralbank-Gold zum grossen Teil schlicht weg?

Kommt Chinas Grossangriff auf den Dollar mit einer Goldkernwährung?

Käme diese hochexplosive Wahrheit der weitgehend leeren Goldkeller der westlichen Zentralbanken eines Tages ans Licht, dürften der Goldmarkt in eine nie gesehene Panikphase mit heute noch unvorstellbaren Preisblasen einschliesslich nicht minder unvorstellbarer Konsequenzen für die verantwortlichen Veruntreuer der nationalen Goldreserven eintreten. Derlei heute noch spekulative Überlegungen entbehren keinesfalls jeder Grundlage. Vielleicht wissen dies die Chinesen sehr genau und häufen in aller Stille als Mega-Verschwörungstheoretiker gewaltige Goldmengen auf. Damit könnten sie möglicherweise eines Tages dem ungedeckten Dollar wenn schon keine reine Goldwährung, so zumindest eine Goldkernwährung, also mit Teildeckung durch Gold, nebst einem voll konvertierbaren Yuan, entgegensetzen.

Die Folgen für die heutige absolut ungedeckte Weltleitwährung und die USA wären sicherlich katastrophal. Doch gilt diese nicht für die Vorbereiteten, ganz im Gegenteil, sie erhielten ihren wohlverdienten Lohn für ihre Weitsicht und ihre rechtzeitige Entscheidung, Gold- statt Papier zu sparen.

Doch bis zum offenen Ausbruch derartiger Ereignisketten könnten noch viele Monde ins Land gehen, was ausreichend Zeit zur sinnvollen Vorbereitung lässt.

Ultimativer Schutz und Sozialfunktion

Worin diese Vorbereitung besteht? Höchst einfach: Raus aus Papiervermögen aller Art und rein in Sachwerte. Wie die Geschichte wieder und wieder lehrt, schlagen Sachwerte die Geldwerte in Krisenzeiten immer. Da die kreditgetriebenen Immobilienmärkte im deutschsprachigen Raum eine völlig überhitzte Phase erreichten, sich gleichzeitig die grösste Bondblase aller Zeiten aufbläst und die Aktienkurssteigerungen im Westen nur als liquiditätsgetrieben eingestuft werden müssen, bleiben nur die einzig echten Gelder ohne jedes Drittpartei-Risiko. Sie sind als Rettungsboote auf hoher Krisensee optimal geeignet.
Sie haben es erraten, es sind natürlich Gold und Silber, als einzig ultimativer Schutz vor staatlicher Zwangspapier-Geldentwertung.

Den sinnvoll Vorbereiteten kann es von ihren Logenplätzen aus gesehen auch ziemlich gleichgültig sein, ob die Euro-Krise zum zehnten oder zwölften Mal ihr hässliches Haupt erhebt, ob die US-Konjunktur doch nicht so anspringt, wie immer wieder beschwörend versichert wird, ob das Jahr 2013 nach einem relativ optimistischen Start mit einer Fortsetzung der Dauermisere ausklingt oder ob die Finanz- und Bankenkrisen in eine schwere Wirtschafts- und Sozialkrise globaler Natur einmündet, kann in Ruhe abgewartet werden, solange nur der Sitz im Rettungsboot sicher ist.
Diese Position dient nicht nur der Selbsthilfe, sondern auch der späteren Unterstützung von Familie, Freunden, in Not geratenen Verwandten wie auch anderen völlig Unvorbereiteten.
So gesehen kommt Gold und Silber eine häufig übersehene Sozialfunktion zu.

Eigenleben ohne Realitätsbezug

Die von den Notenbanken ausgelösten Liquiditätsschwemmen führen jetzt ein hochgefährliches Eigenleben ohne jeden Realitätsbezug. Die Japaner haben sich gerade an die Spitze dieses Wahnwitzes gestellt. Der neue Finanzminister möchte aus der seit über 20 Jahren anhaltenden Stagnations- und Deflationsphase ausbrechen. An jeden Kalendertag wird nun ein Äquivalent von etwa 6 Mrd. € frisch gedruckt. Für 2014 soll dies dann auf 12 Mrd. € an zusätzlicher Liquidität pro Tag steigen. Und jeden Monat will man noch zusätzlich für ca. 70 Mrd. € Äquivalent japanische Staatsanleihen ankaufen. Deren Renditen fallen damit von fast Null auf noch näher an Null. Dagegen nimmt sich der monatliche Ankauf von US-Schatzbriefen im Wert von rund 50 Mrd. $ durch die Fed doch sehr bescheiden aus.

Auch erwarten die Analysten der HSBC für 2013 einen im Vergleich zum Vorjahre zusätzlichen Fluss von Eigenmitteln japanischer Anleger in Richtung ausländische Bondmärkte in Höhe von etwa einer Billion $. Dies freut die Fed & Co. sowie andere Zentralbanken und die dazugehörigen Finanzminister. Die Sorgen wegen der weltweit herrschenden Negativrenditen und der damit verbundenen Gefahr austrocknender Nachfrage nach Dollar- oder Euro-Pfandbriefen, mildern sich schliesslich mit einer satten Billion $ im Bestellbriefkasten deutlich.

Dies alles zeigt, wie die grossen Zentralbanken mit ihrer hemmungslosen Geldvermehrung und ihren endlosen Rettungsversuchen die globalen Kapitalströme verzerren, die sich in gefährlichen Spekulationsblasen, ähnlich übergrossen Finanz-Eiterbeulen, manifestieren. Da fehlt nur noch der unvermeidliche Einstich mit einer Lanzette durch den Notarzt aus der Rettungsambulanz natürlicher Wirtschaftsgesetze. Diese Ambulanz ist bereits unterwegs.

Mit all diesen Rettungs-Aktionen möchte der Top-Japaner endlich mal eine Inflationsrate von 2 % erreichen. Der Yen soll ausserdem im Aussenwert gedrückt werden, um damit die lahmende Exportindustrie anzukurbeln. Früher halfen Innovationen, neue Patente, Konkurrenzfähigkeit und Qualität dem Exportsektor. Heut tut dies nicht mehr die Qualität der Produkte sondern die Qualität der Geldpressen als die ideale Lösung ohne Probleme. Papier und Druckerfarbe kann man sich ja noch leisten. Wieso sind nur alle Krisen der Vergangenheit in allen Ländern nicht auf solch extrem einfache Weise gelöst worden?

Dies alles soll jedenfalls Japan die grosse Rettung bringen. Doch allen Phantasiewelten waren schon immer nur kurze Lebensspannen beschert.
Realwirtschaft und Finanzsektor haben sich in Japan wie auch anderswo in atemberaubender Weise voneinander gelöst. Eine real umgesetzte Geldeinheit wird von zehn- bis hundertfachen Bewegungen im Bereich der Hochfinanz. doch ohne jede Koppelung begleitet.
So berichten Insider hinter vorgehaltener Hand von wachsenden Volumen-Differenzen zwischen Papiergold und realem Handel im durchschnittlichen Verhältnis von 80 zu 1. Im Bereich des Papiersilbers sollen die dortigen Papier-Umsätze den physischen Handel sogar um mehr als das 200-fache übertreffen. Ob derlei Zahlen exakt stimmen, darf bezweifelt werden, doch sind sie sicherlich sehr gross. Genaue Statistiken sind in diesen Schattenfeldern des Mauschelns mit Billionen im Halbdunkel ohnehin nicht zu haben,
Was aber soll das Versteckspiel? Ganz einfach, Man möchte sich keinesfalls in die Karten schauen lassen.

Auftritt der grossen Retter

Viele der Elite-Banker erhalten für ihre ruinöse Arbeit als Spekulanten, die als Nullsummenspiele keinerlei echte Werte schaffen, Boni in schwindelerregender Höhe.
Wie Taucher unter Sauerstoffmangel im trüben Wasser, hat die Elite jede Orientierung und den Bezug zur Realität verloren und wird zu immer neuen Verzweifelungstaten der Machterhaltung getrieben, begleitet von offensichtlich völliger Orientierungslosigkeit der Wirtschaftskapitäne und Politiker.

Doch wäre der Gedanke wirklich abwegig, dass nämlich die Elite die von ihr bewusst erzeugte Finanzkrise benutzt, sich den langsam in Armut und Elend versinkenden Massen als die einzigartigen Grossen Retter mit dem Ruf nach viel mehr zentraler Regulierung aufzutreten? Und dabei die Wirtschaft, Finanzen und Politik der Völker, zumindest die der westlichen Welt, unter eine global agierende zentrale Kontrolleinrichtung nach streng sozialistischem oder gar kommunistischem Vorbild mit unbegrenzten Befugnissen unter eine neue, bargeldlosen Welt-Einheitswährung zu zwingen? Die unsichtbare Weltregierung wäre dann zusammen mit einem alles abnickenden Weltparlament erfolgreich installiert. In diesem Sinne stimmt eine dem deutschen Finanzminister kürzlich entschlüpfte Bemerkung sehr nachdenklich: Die Erschaffung der politische Einigung Europas ist nur mit Hilfe einer Krise möglich.

Wen gibt es schon, der derlei Umtrieben wirksamen Widerstand entgegensetzen wollte? Man knickt reihenweise ein, allen voran die Schweizer Nationalbank, die als fast schon dienernder Lakai der Hochfinanz die Ankopplung an den Euro in serviler Weise katzbuckelnd verfügte, statt die Wechselkurse den Marktkräften zu überlassen. Wieder ein Stück Sozialismus pur.

Man braucht sich im Übrigen nur als Vertreter einer weit überlegenen Moral zu präsentieren, beispielsweise als grosser Helfer des Exports, wohl wissend, dass die Schweiz und Deutschland unter ihren einst extrem harten Währungen zu den Exportweltmeistern avancierten. Und wohl wissend, dass starke Währungen die Importe, beispielsweise die von Rohöl, von Rohstoffen und Halbfabrikaten, von denen die Exportindustrie zu mindestens 40 % des Gesamtinputs abhängen, entsprechend verbilligen, und dies wiederum die Ausfuhren wettbewerbsfähiger macht. Oder man spielt sich als wohlmeinende Unterstützer des unbezahlbaren Sozialstaates und der allgemeinen Fürsorge des Volkes auf. Wer wäre denn schon gegen soziale Wohltaten und endloses fürsorgliches Gutes-tun nach dem Giesskannenprinzip, getreu dem griffigen Motto: Arbeitslosigkeit für alle, bei vollem Lohnausgleich?

Die Entstehung von Brutopia

Die Erfahrungen der Geschichte zeigen wieder und wieder, dass sozialistische Staatskraken nur Mangelwirtschaften erzeugen und Wohlstand vernichten. Kuba, Nordkorea und Zimbabwe wären die ersten Demonstrationsobjekte. Umverteilung, genau wie Entwicklungshilfe, machen die Empfänger abhängig von weiteren endlosen Wohltaten. Fleiss, Erfindergeist, Selbstständigkeit und Fähigkeiten der Abhilfe aus eigener Kraft, bleiben auf der Strecke.
Es gibt einen Linksruck mit brutalen Massnahmen zur Durchsetzung der Utopia, daher besser Brutopia genannt. Neid, Totalüberwachung und Spitzeltum werden zur Staatsdoktrin. Die alles erstickende Regulierungswut kennt keine Grenzen mehr. Aufgeblähte Bürokratien, linke Ideologie, korrupte Herrschaft von Funktionären und Kommissaren, ein unter strenger Staatsdoktrin geführtes Erziehungs- und Bildungswesen sowie schmarotzende Trittbrettfahrer aller Arten, wachsen wie Stinkwurz in Regenwäldern. Das einzige was blüht und gedeiht ist die Misswirtschaft, jedoch bestens getarnt unter den vollmundigen Parolen von Freiheit, Solidarität, Chancengleichheit und edler Mitmenschlichkeit, während das volkswirtschaftliche Kapital rücksichtslos verbraten wird. Die Zustände von Strassen, Häusern, des Transportwesens und der Infrastruktur im ehemaligen Ostblock sollten als warnendes Beispiel dienen. Ein im Sturm absackendes Boot wird durch immer neue Bleigewichte beschwert, damit es umso schneller sinkt.

Doch wahrer Wohlstand kommt nur von freier Entfaltung der Marktkräfte, wachsendem Unternehmertum, steigenden Unternehmungsgründungen, Innovationskraft, minimaler Regulierung, Sparen, Investieren des Ersparten in sinnvolle Projekte, so wenig Staat und so viel Eigenverantwortung wie irgend möglich und Freiheit von jeglicher Kasinowirtschaft, Schuldenwahnsinn, Ökodiktatur und zentralplanerischen Machenschaften, Freiheit vom geistigen Unterbau des Systems, der durch mit Steuergeldern oder vom staatsnahen Finanzsektor hoch bezahlten Experten geliefert und von den Hauptstrom-Medien in serviler Dankbarkeit publiziert wird.

Freiheit braucht Mut

Wir alle brauchen neben sinnvollen Vorbereitungen vor allem eines: Mehr Ausharrungsvermögen und vor allem Courage. Wie sagte doch der grosse Perikles (500 bis 429 v. Chr.) so treffend: Das Geheimnis des Glücks ist die Freiheit, aber das Geheimnis der Freiheit ist der Mut.
Doch was ist Freiheit?
Freiheit besteht in der Möglichkeit ohne Zwänge durch Übervater-Staat, parasitische Bürokratien, zentralwirtschaftlichen Planungsterrorismus, ohne Ausschaltung der Marktkräfte und ohne erstickender Überregulierung selbstverantwortlich leben zu können. Die Familie steht als gesunde, tragende Kernzelle des Sozialsystems im Mittelpunkt. Finanzsektor und Realwirtschaft nähern sich wieder einander und leben fortan in harmonischer Symbiose.

Freiheit schliesst auch ein freiwillig akzeptiertes Geldsystem ein - mit einer stabilen, gesunden, ehrlichen Währung und solidem Bank- und Finanzwesen, in welchem die staatlichen Ausgaben die Einnahmen nicht übersteigen dürfen und wo exzessive Papiergeldvermehrung als Hochverrat klassifiziert wird. Früher, heute und auch morgen verkörpern die ewigen Geldmetalle Gold und Silber ein Stück echter Freiheit, völlig unabhängig vom Wollen oder Können in der Verpflichtung stehender Drittparteien. Sowohl der Koran als auch die amerikanische Verfassung - und letztlich auch wirtschaftliche Gesetze sowie die Doktrin der Vernunft - schreiben ihren Einsatz als Währungsmedien sogar zwingend vor. Da die Geldmetalle in allen 194 Ländern der Erde freiwillig akzeptiert werden, haben wir bereits heute die potentielle Weltwährung.

Und was ist Mut?
Dieser besteht in einer Haltung, die es wagt, gegen den Strom zu schwimmen und die sich in Gedanken, Wort und Tat zu diesen vorgenannten Idealen, die eigentlich Selbstverständlichkeiten sein sollten, voll bekennt.

Prof. Dr. Hans J. Bocker

Teil 1 ist am Freitag, 31. Mai 2013 erschienen
Teil 2 ist am Montag, 05. Juni 2013 erschienen

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