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01.12.2012
Abschiedsrede 14. November 2012, Deutsche Übersetzung
Autor: Ron Paul

Eine Kultur der Gewalt

Die USA leiden unter einer Kultur der Gewalt. Es ist einfach, Gewalt gegen den Nächsten abzulehnen, aber es ist widersinnig, dass die Menschen leichtsinnig die Regierung mit einem Gewaltmonopol ausstatten, damit sie nach Gutdünken gegen das amerikanische Volk Gewalt ausüben kann.

Wird Gewalt von der Regierung ausgeübt, akzeptieren die meisten Menschen sie als legitim. Diejenigen, die Gewalt ausüben, haben jedoch kein Gewissen. Zu viele glauben, dass Regierungen angeblich moralisch gerechtfertigt seien, Gewalt anzuwenden, um „Gutes“ zu tun. Sie glauben fälschlicherweise, dass diese durch das Volk genehmigt wurde. Die Minderheit oder die Opfer staatlicher Gewalt haben dem niemals zugestimmt und leiden unter dem Missbrauch staatlicher Befugnisse, auch wenn sie von der Mehrheit bestimmt sind. Die Opfer der Exzesse der TSA haben diesem Missbrauch nie zugestimmt.

Diese Haltung gab uns den Vorwand, Krieg sei „Gutes tun“. Es wird behauptet, dass der Krieg für edle Zwecke gerechtfertigt ist. Dies gleicht dem Argument „ein Dorf zu zerstörten, um ein Dorf zu retten“. Ein US-Aussenminister sagte einst, dass der Tod von 500’000 Irakern, zumeist Kinder, in den 1990er Jahren als Folge der amerikanischen Bomben und Sanktionen, sei es „wert“, um das Gute, das wir dem irakischen Volk gebracht hätten, zu erreichen – sehen Sie sich nur den erbärmlichen Zustand des heutigen Iraks an.

Die Anwendung von Gewalt durch die Regierung im In-und Ausland, um soziales und wirtschaftliches Verhalten zu erzwingen, gibt jedem von uns das Recht, dies auch auf privater Ebene zu tun. Die Tatsache, dass die Gewalt der Regierung als moralisch gerechtfertigt angesehen wird, wird die Gewalt explodieren lassen sobald die Finanzkrise endgültig ausbricht und zur politischen Krise wird.

Zunächst stimmen wir zu, dass der Einzelne keine Gewalt anwenden sollte, dann nehmen wir es hin, wenn es die Regierung tut. Laufen die Dinge aus dem Ruder, wird die unmoralische Nutzung der staatlichen Gewalt dazu verwendet, auch unsere Gewalt zu rechtfertigen. Weder die Regierung noch Individuen haben jedoch das moralische Recht, Gewalt gegen andere auszuüben – und der Tag, an dem beide dieses Recht für sich beanspruchen werden, ist jedoch nicht mehr weit entfernt. Wird dieser Teufelskreis nicht unterbrochen, dann bricht die Zivilgesellschaft zusammen.

Wenn die Bedürfnisse drängen, verschlechtern sich die Lebensbedingungen und Rechte werden relativ verglichen mit den Anforderungen und Launen der Mehrheit. Es ist dann kein grosser Schritt mehr für den Einzelnen, Gewalt anzuwenden, um zu bekommen, was er will. Da sich die Wirtschaftslage verschlechtert und sich die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter öffnet, gibt es mehr und mehr Gewalt, weil Menschen in Not das Recht selbst in die Hand nehmen. Sie werden nicht auf ein Rettungsprogramm der Regierung warten.

Erhalten Regierungsbeamte die Macht, die Interessen Einzelner zu retten, auch mit katastrophalen Folgen für den Durchschnittsbürger, fühlen sie keine Schuld am Schaden, den sie dadurch anrichten. Diejenigen, die uns in unerklärte Kriege mit vielen Todesopfern verwickeln, schlafen gut trotz dem Tod und der Zerstörung, die sie verursachen. Sie sind davon überzeugt, dass das, was sie tun, moralisch gerechtfertigt sei und die Tatsache, dass viele darunter leiden, nur ein Kollateralschaden ist.

Tun Kriminelle das Gleiche, bereuen sie ebenfalls nichts. Auch sie sind davon überzeugt, nur zu nehmen, was ihnen rechtmässig zusteht. Alle moralischen Standards werden dadurch relativiert. Ob es sich nun um Rettungsaktionen, Privilegien, staatliche Subventionen oder Vorteile für einige durch Gelddrucken handelt, alles ist Teil der Philosophie der erzwungenen Umverteilung des Reichtums. Gewalt anwenden oder mit Gewalt zu drohen sind die Mittel dazu und leider kümmern sich die meisten Mitglieder des Repräsentantenhauses nicht darum.

Einige argumentieren, es sei nur eine Frage der „Fairness“, dass Menschen in Not betreut würden. Dabei gibt es gibt zwei Probleme. Erstens führt dieses Prinzip dazu, dass die Reichen immer mehr Vorteile als die Armen ergattern. Zweitens scheint niemand darüber nachzudenken ob es denn „fair“ für diejenigen sei, welche zum Schluss für diese Leistungen bezahlen müssen. Die Kosten werden in der Regel von der Mittelklasse berappt und bleiben der Öffentlichkeit verborgen. Zu viele Menschen glauben, das Füllhorn der Regierung sei unerschöpflich, genau wie das Erzeugen von Geld aus dem Nichts. Diese Täuschung ist zu Ende; die Rechnung wurde in Form einer konjunkturellen Abschwächung gestellt.

Leider haben wir uns an den illegitimen Einsatz von Gewalt durch die Regierung gewöhnt. Es ist das Werkzeug, um den Menschen vorzuschreiben, wie sie leben, was sie essen und trinken, was sie lesen und wie sie ihr Geld ausgeben sollen.

Um eine wirklich freie Gesellschaft zu schaffen, muss der Auslöser von Gewalt verstanden und abgelehnt werden Der Regierung auch nur „ein wenig“ Gewalt zu gestatten, ist ein gefährliches Zugeständnis.

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