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08.06.2009
Schweizerische Nationalbank - Geschäftsbericht 2008
Zeitdokument planwirtschaftlichen Versagens
Autor: Johannes Müller

(47) Zur Überbrückung von unerwarteten Liquiditätsengpässen bietet die Nationalbank eine Engpassfinanzierungsfazilität (EFF) an. Voraussetzung für den Bezug von Liquidität im Rahmen dieser Fazilität bildet die Einräumung einer Limite durch die Nationalbank sowie die dauernde Deckung dieser Limite zu 110% mit SNB-repofähigen Effekten.

Unerwartete Liquiditätsengpässe: Dem schlechten Banker, welcher nicht planen kann, wird einmal mehr geholfen, mit Geld der Allgemeinheit - soziale Gerechtigkeit sozusagen.

(47) Im Laufe des Jahres 2008 wurde die Devisenswap-Fazilität mit der amerikanischen Zentralbank, die im Rahmen einer konzertierten Aktion im Dezember 2007 eingeführt worden war, weiter aufgestockt.

Konzentriert heisst planwirtschaftlich abgestimmte Verwässerung des CHF.

(48) Die Nationalbank ergriff zudem gemeinsame Massnahmen mit anderen Zentralbanken, um den Anspannungen am internationalen Frankengeldmarkt entgegenzuwirken.

Planwirtschafter kreieren ihre eigene Realität. Kurz vor dem Zusammenbruch der UDSSR oder DDR zeichnete sich die Staatsführung vor allem durch Realitätsverweigerung aus.

(48) Die Nationalbank führte im Jahr 2008 zur Liquiditätsversorgung der Banken Geldmarktoperationen in einem noch nie verzeichneten Umfang durch.

Gegen Ende eines Schneeballsystems werden immer enorme Summen einzig für die Aufrechterhaltung von Glaubwürdigkeit verbrannt.

(48) Ab dem 20. Oktober führte die SNB deshalb regelmässig mit in- und ausländischen Gegenparteien, der EZB sowie ab November auch mit der polnischen Zentralbank aufeinander abgestimmte Auktionen von Euro-Franken-Swaps durch.

Im freien Markt werden Auktionsresultate, welche als abgesprochen gelten, gerichtlich erfolgreich angefochten.

(48) Zur Stützung des Tagesgeldsatzes tätigte sie regelmässig liquiditätsabschöpfende Feinsteuerungsgeschäfte.

Die SNB kann demnach nicht nur steuern, sondern sogar feinsteuern, im Gegensatz zur korrekten Aussage auf Seite 14 (3.Teil).

(49) Am Jahresende lag der Repo-Satz für Einwochen-Geschäfte bei 0,05%.

Gesetzliches Geld wird den Banken quasi kostenlos zur Verfügung gestellt (die SNB muss sich vom Gesamtinteresse des Landes leiten lassen - Originalgesetzestext).

(50) Im Jahr 2008 erhöhte sich das durchschnittliche Volumen der an den Tagesenden ausstehenden geldpolitischen Operationen von rund 21,7 Mrd. auf 41,0 Mrd. Franken.

Auf dass der operierte Patient den Eingriff überleben möge.

(50) Bei den Repo-Geschäften betrug der Umsatz, d. h. die Summe aller Geschäfte, 1301 Mrd. Franken. Rund 88% des gesamten Repo- Umsatzes wurden durch Geschäfte mit einer Laufzeit von einer Woche erzielt.

Die Laufzeit sagt in diesem Fall wenig aus, denn diese Repo-Geschäfte werden am Ende einfach wieder erneuert. Interessanterweise wird das Frischgeldpumpen als Umsatz bezeichnet.

Dieser Umsatz entspricht übrigens dem Dreifachen des Bruttosozialproduktes der Schweiz: Sieben Millionen Bürger müssten allein für diese Summe knapp drei Jahre arbeiten. Solche irrwitzigen Tatsachen sind nur in einem Kreditgeldsystem möglich.

(50) Die um Kredit nachsuchenden Institute müssen systemrelevant und solvent sein.

Der freie Markt entscheidet über die Solvenz einer Bank. Es sind die Notenbanken, die ohne eine Leistung zu erbringen, Frischgeld an die systemrelevanten Banken "verschenken", damit das Schneeballsystem (noch) nicht zusammenbricht.

(50) Eine Bank oder Bankengruppe ist dann systemrelevant, wenn ihre Zahlungsunfähigkeit das Funktionieren des inländischen Finanzsystems oder wesentlicher Teile davon gravierend beeinträchtigen und zudem negative Auswirkungen auf die Volkswirtschaft zeitigen würde.

Der Planwirtschafter unterscheidet zwischen einer Beeinträchtigung und einer gravierenden Beeinträchtigung. Er meint wohl damit einen Zusammenbruch des Systems. Durch das Scheitern einer grossen Bankengruppe erhielten die kleinen, seriösen Mitbewerber wiederum eine Chance, sich bei Kunden zu profilieren. In einer freien Marktwirtschaft das Normalste, auch Gesundungsprozess genannt.

(50) Welche Sicherheiten als Deckung für die Liquiditätshilfe zugelassen werden, bestimmt die SNB.

Faktisch mutiert die SNB mit dieser vom freien Markt losgelösten Entscheidung zur verbindlichen Rating-Agentur. Nicht der freie Markt entscheidet über Leben und Tod einer Bank, sondern unsere drei Direktoren der SNB. Wahrlich königliche Zustände.

(50) Im Jahr 2008 erteilte die Nationalbank keine ausserordentliche Liquiditätshilfe im klassischen Sinn. Die Nationalbank beteiligte sich indessen an einem Massnahmenpaket zur Stärkung des Schweizer Finanzsystems.

Ausserordentliche Liquiditätshilfen werden eben auch auf eine unklassische Art und Weise vergeben. Flexible Buchhaltungsmethoden sei Dank!

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